I'm singing my song

Ihre Gründe

I just want to be thin.

Wieso? Weil ich fliegen will. Schweben will. Irgendwann über das Wasser gleiten. Den Rand des Beckens im Freibad entlang, ohne mir dafür extra ein Shirt anziehen zu müssen, und ohne Scham.

Ich kann es selbst nicht verstehen. Für alle Leser werde ich als FAKE abgestempelt werden. Ich bin ja so unglaubwürdig - ein Mädchen, dass magersüchtig sein will. Aber so ist es nicht. Ich will dünn sein, schweben können. Aber ich will nicht krank sein. Ich bin erst 14 Jahre, fast 15. Meine ES entwickelte sich, als ich 12 war. Vielleicht etwas früh. Aber ich war dick, fett und hässlich. Ein hässliches kleines Mädchen, dass die einen mochten und die anderen überhaupt nicht. Schon immer bekam ich in der Grundschule vorgehalten: "Iss nicht so viele Süßigkeiten.", "Iss nicht so viel." Meine Mutter hatte schon immer ein gestörtes Verhalten zum Essen, und da meine Mutter und mein Vater so verschieden waren, wie es nur ging, ließen sie sich scheiden als ich 4 Jahre alt war. Mein Vater war schon immer etwas dicklich, er war nicht besonders groß, aß und kochte gerne, und zwar mit großem Appetit. Meine Mutter dagegen hatte Tage, an denen sie nur aß. Jedenfalls kam es mir so vor, ich, als kleines Kind. Sie aß und aß, den ganzen Tag. Tagelang ging das so. Immer hatte sie etwas zwischen den Zähnen. An anderen Tagen wiederrum, aß sie fast gar nichts. Sie beklagte sich beim Mittagessen wegen Bauchschmerzen, sie könne nichts mehr essen. Damals, als kleines Kind, begriff ich das noch nicht. Für mich war es ein Rätsel, warum sich Mami das antat. Da ich es aber für sehr seltsam empfand, aß ich lieber so wie Papa. Ich nahm nicht zu, auch wenn ich viel aß. Doch als sich meine Eltern trennten, änderte sich alles. Ich blieb bei meiner Mutter. Ich war damals 4 Jahre alt, begriff noch nichts und war eigentlich nicht sehr traurig. Ich gewöhnte mich an Mama und mich allein. Sie redete mir gut zu ("Wir zwei, wir sind ein Team.", sorgte sich um mich, spielte mit mir, war eine gute Mutter. Ihr Essverhalten änderte sie aber nicht. Wir zogen in eine neue Wohnung. Sie war klein, hatte nur drei Zimmer - und sie war für mich wie eine Hölle. Eine Hölle, ein Gefängnis. Ober uns wohnte eine alte Familie. Der Mann der oben wohnte bekam regelmäßige Wutanfälle, mitten in der Nacht. Meine Mutter musste im Wohnzimmer schlafen, sah bis in die Nacht hinein fern. Ich musste allein in meinem Zimmer schlafen. Als ich unglücklich und trotzig wurde, sperrte mich meine Mutter in mein Zimmer ein. Die besten Momente in meinem Leben waren damals die Tage bei meiner Oma. Ich war immer bei ihr, wenn ich nicht in den Kindergarten wollte. Sie hatte eine Katze, die 6 Jahre älter war als ich selbst und die ich abgöttisch liebte. Meine Oma ist auch heute noch eine herzensgute Person. Sie hat Sinn für Gerechtigkeit und Fairness und ein meilenweit großes Herz. Mit meiner Oma redete ich über meine Ängste, meine Träume. Ich vertraute ihr, denn sie dürfe nie etwas zu Mami sagen. Und sie tat es auch nie. Dann kam der Tag, andem ich eine Katze bekam. Ich spielte mit ihr, freute mich. Aber wir waren nie zu Hause. Von morgens bis frühnachmittags war ich entweder im Kindergarten oder bei Oma, Mama war in der Arbeit. Wenn Mama von der Arbeit kam, blieben wir entweder bei Oma oder besuchten Freunde. Wir kamen immer erst am Abend nach Hause. Meine Katze litt darunter und wir gaben sie weg. Es brach mir das Herz. Plötzlich kam eine entscheidende Wendung: Mama fand eine neue, viel größere Wohnung. Wir zogen um, aber auch hier hatten wir Unglück mit den Nachbarn. Die Nachbarn starrten mich und meine Freunde an, wenn wir im Garten spielten und schimpften mit uns, wenn wir die Straße mit Kreide bemalen wollten. Dort ließ es sich allerdings trotzdem leben. Wir lebten dort sehr lange. Dort entwickelte sich auch meine ES: Wie gesagt, meine Mama hatte ihr Essverhalten nicht geändert. Sie war dünn, hatte ausgeprägte Schulterknochen. Wenn ich Hunger hatte, schaute ich in den Kühlschrank. An manchen Tagen war er vollgestopft mit leckeren Sachen, an manchen Tagen aber fast ausgestorben. So kam es, dass mich die Sache ärgerte. Ich wurde trotzig und sammelte mir geheime Essensvorräte an. Ich futterte mir viele Kilos rauf, ich wurde eine von den dicksten. Ich hatte trotzdem viele Freunde - also dachte ich mir, es wäre nichts schlimmes, dick zu sein. Für Mama, die zusehen musste wie ihr eigen Fleisch und Blut immer fetter und fetter wurde, war es nun vorbei: Der Kühlschrank war nie mehr ordentlich gefüllt, sie selbst nahm noch mehr ab. Als ich ins Gymnasium kam, änderte sich mein Leben erneut. Aber nicht besonders drastisch. Erst als ich in die 7. Klasse kam: Ich wurde gehänselt, als fette Kuh beschimpft und weiß Gott was. Deswegen nahm ich mir zum Ziel, abzunehmen. Ich eiferte einfach meiner Mama nach. Ich aß gleich viel wie sie, aß die gleichen Sachen und nahm schnell ab. Mama war stolz auf mich. Ich auch. Doch irgendwie reichte es mir noch nicht. Ich wollte weiter abnehmen. Weiter, immer weiter.

Heute gehe ich in die 8. Klasse. Ich bin (fast) 15 Jahre alt.





What?!

Herzlich Willkommen, du befindest dich hier auf einem Blog der sich mit dem Begriff Pro-Ana befasst konfrontiert. Wenn du dich mit diesem Begriff nicht identifizieren kannst, verlasse meinen Blog bitte. Ich will keinen in die Sache reinziehen. Allen anderen: Viel Spaß beim Stöbern!

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